Teufel – Markus Tillmanns

Rezension: Teufel – Markus Tillmanns

image

 

Titel: Teufel

Autor: Markus Tillmanns

ISBN: 1503152138 / 978-1503152137

Sprache: Deutsch


Alles scheint verloren.
Gott setzt ein Zeichen – doch ohne Wirkung.
Untote, die Luzifers Armee bilden. Ein Papst, der sich verschanzt. Der Vatikan brennt und der Pontifex gerät in Lebensgefahr.

Okkulte Fantasy ohne grotesk zu wirken!

Fazit

Ein Buch, dass mit einer spannenden Handlung besticht und durchaus Potential hat, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Leser mit Hang zum Genre Fantasy kommen hier ohne Zweifel auf ihre Kosten.

Ausführliche Rezension

Liest man den Klappentext, so kommt man ins Mutmaßen, ob sich eine Verschwörung anbahnt. Ich selbst frage mich, ob nicht sogar eine Moral der Geschichte fernab des Genres erkennbar ist. Die zwei Fragen, die gestellt werden, können ohne weiteres ins Hier und Jetzt gezogen und in der Gegenwart gestellt werden:
So stellt Markus Tillmanns folgende zwei Fragen:

“Aber was ist es, dass die Menschen so anfällig für das Böse macht und warum sind sie so leicht verführbar?”
Ich ertappe mich selbst beim Stellen dieser Fragen!
Und geht die Welt zum Teufel? Man ist versucht Antworten auf diese Frage zu bekommen.

Liest man nun weiter im Prolog & Auszug auf Tillmanns Webauftritt, so stellt sich heraus, dass die Story komplex ist und mit Charakteren genährt, die zugleich verstören und Sympathien zu wecken scheinen. Die Neugier des Lesers wird ohne Zweifel geweckt. Es gilt herauszufinden, was Luzifer im Schilde führt und wie er es schafft, die Menschen in seinen Bann zu ziehen.
So stellt Tillmanns “Li” vor, ein Mädchen im Vorschulalter, welches verstört zu sein scheint und zwei Wesen in sich vereint so scheint es. Die Puppen des Kindes sprechen ihre eigene Sprache und lassen den Schluss zu, dass Li eine gespaltene Persönlichkeit ist – hin- und hergerissen zwischen Gewalt und Wohlgefallen. Alles geschieht in fatalem Einfluss ihres Onkels, des zweiten Charakters. Onkel Jakob scheint gewalttätig, launisch und herrisch zu sein. Beinahe kommt der Verdacht auf, dass er in seiner Nichte eine Leibeigene sieht. Li hat großen Respekt, ja beinahe Angst vor ihm und vor Konsequenzen, sollte sie die ihr aufgetragenen Aufgaben nicht zu seiner Befriedigung erfüllen. Was weiter im Verlauf geschieht schockiert den Leser aber bestätigt insgeheim auch die Vorahnung, die einem beim Lesen beschleicht.
Man ist unentschlossen, wie man zu Li stehen soll und will wissen, was es mit diesem Mädchen auf sich hat. Darüber hinaus kommt man ins Zweifeln, ob man Sympathien für sie hegen soll oder nicht. Zweifelsohne schöpft man Verdacht, warum sie so ist wie sie ist. Liorith – ein Mädchen im Vorschulalter, tötet ihren Onkel heimtückisch – ihre gespaltene Persönlichkeit offenbart sich im Puppenspiel. Ein beinahe paranoides Kind – Gewalt versus „Du musst mich auch trösten!“ Sie geht mit dem Teufel – „Der Himmel ist kein Ort für ein Kind wie dich!“

Im Fortgang des Buches komplettiert sich das Bild des Kindes, wie auch das der Hauptakteure:
Tabarie: Journalist, Sohn, Ermittler und der Ritter des Schwertes. Er stellt dem Leser Fragen und gibt Zweifel preis. „Die Wahrheit hinter der Wahrheit finden!“ Tabarie steht für diese Aussage und er bleibt sich treu – wird nicht müde die Wahrheit herauszufinden, ganz gleich was es kostet. So bleibt mir hinzuzufügen: Tabarie als Retter des Pontifex. Tabarie als Aufklärer über das wahre Wesen eines gefallenen Engels. Tabarie als Leinwand, auf der die Institution Kirche in einem anderen Licht gezeigt wird.

Daneben seine Kollegin, Gül, zu der er sich hingezogen fühlt – je mehr die Erzählung voranschreitet desto mehr wird klar, dass er starke Gefühle für sie hegt. Zu seiner Zuneigung soll sich im Laufe der Erzählung noch ein weiteres, starkes Gefühl gesellen: Dankbarkeit!

Weiter lernen wir Eisenberg kennen – Mutter die ihr Kind verlor, schwer beschäftigte Frau, die Firmengelder veruntreut – Wir erleben eine präzise Planerin sowie eine Hardlinerin wie sie im Buche steht und dennoch Mutter ist. Einmal Feuer gefangen verfolgt sie ihre Mission beinahe bedingungslos und ohne Schwäche oder Versagen zu dulden.

Grezella, die ein falsches Spiel spielt und sich als „erste Frau“ an der Seite Luzifers wähnt. Eine geheimnisvolle Schöne, die ihrem Wahn erliegt betritt die Szene.

Teufel ist in zwei Teile gegliedert:

Teil 1:

Einstimmung auf die Mission Luzifers. Man wird mit den Charakteren vertraut gemacht. Tabarie ist die Schaltfigur, daneben auch Eisenberg. Vier Morde geschehen, eine Leiche verschwindet und Fragen tun sich auf. Der Leser ist geneigt Vermutungen anzustellen. Über Zutreffen oder ein Auflösen in Wohlgefallen entscheidet der Fortgang der Story.

Teil 2:

Sechs Monate später – Tabarie trinkt, scheint den Halt zu verlieren – Halt, den er wohl nie ganz sein eigen nennen konnte. Eine weitere Leiche verschwindet, die in einer Verbindung zu Tabaries Vater steht. Taberie selbst gerät zunehmend in die Schusslinie des Bösen, verliert Informanten und gerät in Lebensgefahr. Darüber hinaus sieht er sich auch noch privat mehr oder minder ins Aus gestellt.
Man wird mit Taberie immer vertrauter – wenn man so will stiehlt er als der „Ritter des Schwertes“ Luzifer in Sachen Einnahme des Lesers die Show. Tabarie ist zweifelsohne der Zug durch die Story.

Es knüpfen sich immer mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren, die dem Leser das ein oder anderen „Ach“ entlocken und die Teufel zu einer runden Sache machen. Gegen Ende des Buches tritt Luzifer in Persona wieder in Erscheinung. Nun in Rom, explizit im Vatikan. >>…scheint es sich um einen terroristischen Angriff auf das Herz der Katholischen Kirche zu handeln.<< Er überragt den Papst – nicht nur an Statur. Er ruft zu Gott – doch keine Antwort. Er demonstriert der Menge, dass es nur einen Herren gibt – ihn selbst – Luzifer. Man findet Luzifer mit dem Papst in dessen Privatgemächern. Sehr simpel. Vielleicht zu simpel im Angesicht der Tatsache, dass es Luzifer ist, der mit ordentlich Tamtam den Boden der Erde berührte. Die Erklärung hierfür folgt auf den Fuß und der Leser ist mit dem Faktum Verhandlung zwischen Papst und Luzifer einverstanden. Was folgt ist der Versuch der Machtübernahme von Seiten Luzifers Heerscharen, ein Heer von Okkultisten und lebender Leichname. Man wird Zeuge eines brennenden Vatikan und eines Papstes in misslicher Lage. Tabarie ist fest entschlossen dagegenzuhalten und bekommt überraschend Unterstützung. Die Szene endet in der Sixtinischen Kapelle und der Leser wird eines besseren belehrt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass Markus Tillmanns Fantasy-Thriller absolut Potential hat eine breite Leserschaft für sich zu gewinnen. Er bedient das Genre und weckt Neugier auf die Geschichte und deren Ausgang. Einmal in Kontakt mit Li getreten, möchte man ganz einfach wissen, wie es mit ihr weiter geht und vielmehr noch fragt man sich, was die Mission Luzifers ist. Man begleitet Tabarie auf seinen ihm ganz eigenen Feldzug und bei all dem bleibt einem eine Frage im Kopf: Geht Glauben mit Verblendung einher? Ist der, der glaubt nicht offen für die Wahrheit? Liest man Tillmanns Teufel, so drängt sich einem diese Frage auf. Die Beantwortung dieser Frage obliegt wohl jedem selbst.

„Das merkwürdige ist, dass die meisten Gläubigen ihren Verstand auf alles außer der Religion anwenden.“ Peter de Rosa

Teufel: Ein Buch mit offenem Ende! Und eines, das eine Legende erzählt, die mir ausgesprochen gut gefällt – Die Geschichte vom Fuchs, der das Feuer auf die Erde brachte.

Bewertung:

Fünf von Fünf Sternen

Veröffentlicht auf

www.rezi-suche.de

www.amazon.de

23.12.2014

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s